Sand, Kies oder Soil? Was ist der richtige Aquarium Bodengrund?

Wer ein Aquarium kaufen möchte, muss viele Dinge beachten, denn die Einrichtung spielt hier eine große Rolle. Als Bodengrund empfiehlt sich entweder Sand, Kies oder Soil zu benutzen. Viele stellen sich die Frage, wo die Unterschiede liegen. Kosmetisch gesehen, handelt es sich um drei ganz verschiedene Materialien.

Der richtige Aquarium Bodengrund

Sand, Kies oder Soil als Aquarium Bodengrund

Der Bodengrund im Aquarium besteht aus Steinen und Wurzeln. Diese erfüllen eine gewisse Filterfunktion. Ein Großteil vom Aquarium wird im Bodengrund gefiltert. Deshalb ist der Boden hier auch enorm wichtig. Der Bodengrund kann nur funktionieren, wenn dieser mit Sauerstoff versorgt wird. Allerdings solltest du nicht denken, dass ein guter Bodengrund einen Filter im Aquarium ersetzen kann.

Ein feiner Sand kann den Bodengrund verdichten. Das ist der Grund, warum das Wasser den Sauerstoff nicht mehr in den Bodengrund transportieren kann. Das führt anschließend zu übelriechenden Gerüchen und unangenehmen Faulgasen.

Die verschiedenen Eigenschaften der oben genannten Materialien:

Aquariensand

Sand gibt es in unterschiedlichen Farbtönen wie zum Beispiel in Weiß, natur-weiß, Natur, Braun und in schwarz. Wer einen rötlichen Sand bevorzugt, sollte auf den ADA Colorado zugreifen.

Der Sand sollte vor allem für Aquarien geeignet sein und die Wasserwerte nicht beeinflussen. Er darf auf keinen Fall staubig sein und darf keine Nebenstoffe enthalten, die für das Aquarium schädlich sind. Auf einen feinen Sand solltest Du also verzichten. Wenn Du doch feinen Sand möchtest, brauchst du Tiere, die den Sand kräftig durchbuddeln oder aufschütten.

Fische wie Welse und Buntbarsche würden sich hierfür wunderbar eignen. Der ganze Bodengrund sollte auf jeden Fall nicht komplett mit Sand befüllt sein. Feiner Sand sorgt dafür, dass Futterreste länger an der Oberfläche bleiben, während Kies die Futterreste schnell verschwinden lassen und damit die Wasserqualität belasten können.

Der große Vorteil an einem Sandboden ist, dass Du hervorragend Wege und Pfade anlegen kannst.

Aquarienkies

Wer Aquarienkies benutzt, kann einen Bachlauf darstellen. Hier stehen nämlich kleine und größere Kieselsteine dicht an dicht. Gestalterisch steht Kies ganz oben auf der Liste. Kies kann zudem wunderbar mit Sand kombiniert werden. Der Vorteil ist hier, dass das Wasser den kies gut durchfluten kann

So ist nämlich genügend Sauerstoff im Bodengrund enthalten und es kommt zu keinen unangenehmen Gerüchen.

Gestalterisch könntest Du höhere Aufbauten errichten. Übergänge zu größeren Steinen sehen hier sehr ansprechend aus. Der Aquarienkies sollte die Wasserchemie ebenfalls nicht beeinflussen und nur Kies kaufen, der für ein Aquarium geeignet ist.

Soil

Soil ist ein aktiver Bodengrund und unterscheidet sich dadurch stark vom Sand und Kies. Soil beeinflusst die Wasserwerte, was es zu einem komplizierten Material macht. Soil besteht aus Erde und Torf und erhält aufgrund des Brennvorgangs eine körnige Struktur.

Soil verändert die Wasserhärte und den pH-Wert des Wassers. Aufhärtende Stoffe werden gelagert und dem Wasser die Säure entnommen. Garnelen und Zierfischarten profitieren von Soil.

Es gibt auch stark vorgedüngte Soils mit Kalium, Phosphat und Nitrat, Eisen und anderen Mikronährstoffen. Wer ein Pflanzenaquarium hat, wird von diesen Eigenschaften profitieren. Wurzel-Zehrer und Schwertpflanzen brauchen also Soil als Bodenbelag.

Dadurch, dass Soil eine grobe Struktur hat, eignet es sich besonders für das Durchwurzeln des Bodengrunds. Die Wurzeln können den Boden mit Sauerstoff versorgen. Das Wasser wirkt somit klar und sauber. Wenn Du Dich also für einen Soil Belag entscheidest, solltest du die Garnelen erst nach zehn Wochen ins Aquarium setzen, weil sie sonst beim Häutungsvorgang sterben.

Soil hat viele Huminstoffe und eignet sich sehr gut für Mikroorganismen, die für ein gesundes Ökosystem und eine gute Wasserqualität im Aquarium sorgen.

Die Nachteile von Soil:

Die Wirkung von Soil lässt nach zwei Jahren nach. Du musst daraufhin den Soil im Aquarium erneuern. Das kannst Du Schritt für Schritt tun, doch dieser Vorgang ist mit einem großen Aufwand verbunden und für die Bewohner des Aquariums sehr unangenehm. Du kannst nämlich die Wasserhärte und den pH-Wert im Wasser nicht steuern. Dieses Problem hast Du bei Sand und Kies nicht.

Als Hilfestellung könntest Du hartes Leitungswasser benutzen und Huminstoffe wie Erlenzapfen und Laub dazugeben. Salzsäure solltest Du nicht benutzen, um den pH-Wert im Wasser zu senken, denn es wäre eine ständige Kontrolle notwendig, um den pH-Wert aufrecht zu erhalten.

Für die Pflanzen kannst Du einen Pflanzendünger verwenden oder Düngekapseln, die dann direkt in den Bodengrund verankert werden. Ein Wasserwechsel musst Du bei jedem Bodenbelag regelmäßig durchführen.

Beispiel für Bodengrund im Aquarium

Fazit: Sand, Kies oder Soil als Aquarium Bodengrund

Wie Du sehen kannst, haben alle drei Materialien ihre Vor- und Nachteile. Wichtig ist es, dass Du mit dem verwendeten Material auf Dauer klarkommst und sich deine Tiere im Wasser wohlfühlen. Du kannst Dich in einem Zoohandel auch beraten lassen. Dort werden sie dich fragen, was Du vor hast zu züchten oder ob Dir lediglich ein prächtiger Pflanzenwuchs wichtig ist.

Die Bedürfnisse Deiner Aquarienbewohner sind nämlich das A und O. Bei empfindlichen Zierfischen solltest Du Dich für einen schwarzen Bodengrund entscheiden. Garnelen lieben eher Soil und Sand.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.